Betreutes Wohnen

Das betreute Wohnen ist der letzte Schritt auf dem Weg in die Eigenverantwortlichkeit. Es ist für Jugendliche vorgesehen, die in absehbarer Zeit ihre Ausbildung beenden werden und ihr Leben eigenverantwortlich führen müssen. Zu diesem Zweck wird mit dem betroffenen Jugendlichen/ jungen Erwachsenen eine bedarfsgerechte Wohnung angemietet, die nach Abschluss der Maßnahme vom jungen Menschen übernommen wird. Der zeitliche Betreuungsaufwand richtet sich nach dem im Hilfeplan vereinbarten Bedarf, den Bedürfnissen und Fähigkeiten des jungen Menschen.

Nachbetreuung

Krisenintervention/ Flexible Hilfen /Nachbetreuung

Trotz intensiver pädagogischer Interventionen kann es im Hilfeverlauf, z.B. durch sich plötzlich verändernde Lebensumstände (Life Events), zu Krisensituationen kommen, die den weiteren Erfolg der Maßnahme in Frage stellen. Diesen Situationen versuchen wir flexibel durch auf den Einzelfall individuell abgestimmte Kriseninterventionen zu begegnen. Dazu gehören u.a. Intensive Sozialpädagogische Einzelmaßnahmen (ISE), Fortführung der Maßnahme in ambulanten Settings etc.
Aufgrund individueller Faktoren (persönliche Ressourcen) und sozialer, bzw. gesellschaftlicher Rahmenbedingungen gelingt es nicht in allen Fällen, die Hilfeverläufe mit der Rückführung in die Familie oder der Entlassung in Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit abzuschließen. Bei Hilfeverläufen, die nach dem stationären Angebot oder dem betreuten Wohnen weitere unterstützende Maßnahmen erfordern, bieten wir über individuell gestaltete ambulante Maßnahmen Hilfen und Nachbetreuung an.

Für Jugendliche, junge Erwachsene, die nach ihrer Heimentlassung in eine akute Krisensituation geraten (Verlust der Wohnung oder des Arbeitsplatzes, allgemeine Probleme der Lebensbewältigung etc.), stehen wir als Anlaufstelle zur Verfügung, um akute Krisenintervention zu leisten.
Außerdem sind wir bemüht, Jugendliche / junge Erwachsene, die das Ziel der selbständigen Lebensführung nicht erreichen, in Absprache mit den Sorgeberechtigten und dem zuständigen Jugendamt (Kostenträger) in Nachfolgeeinrichtungen zu vermitteln, die den jungen Menschen bei ihrer weiteren Entwicklung die notwendige Unterstützung geben können.

Fachdienste

SIT Sozialtherapie-Intensiv Training


Jeder Jugendliche durchläuft im Rahmen unserer Einrichtung dieses 12 wöchige Training, das aus 4 Modulen besteht.

1. Block: Selbstbewusstes Verhalten

Die Jugendlichen erlernen nonverbale Merkmale selbstbewussten Verhaltens zu erkennen anhand von Videobeispielen. Sie üben dieses Verhalten in Rollenspielen mit Videoanalyse ihrer persönlichen Körpersprache und ihres verbalen Auftretens.

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Bewerbungstraining


Jugendliche in der Abschlussklasse durchlaufen ein ausführliches Bewerbungstraining, indem anhand von Rollenspielen und Videobeispielen Vorstellungsgespräche geübt und besprochen werden. Spezielle Fallstricke eines Bewerbungsgespräches werden erarbeitet. Am Ende des Trainings haben die Jugendlichen die Möglichkeit, mit einem externen Unternehmer aus der freien Wirtschaft ein Bewerbungsgespräch zu führen.

Kinder- und Jugendlichentherapie


Kinder- und Jugendlichentherapie ist ein strukturierter und überprüfbarer interaktioneller Prozess zur Behandlung von seelischen oder seelisch-körperlichen Störungen von Kindern.

Die Maßnahmen beziehen sich auf die heilende Beeinflussung von Erlebnis- ‚ Denk-, und

Verhaltensprozessen des Klienten und dessen Bezugsperson. Ziele der Therapie sind die Förderung seelisch-geistiger und körperlicher Wachstumsprozesse des Kindes/Jugendlichen und der Abbau der Störungsproblematik.

Verhaltenstherapie mit Jugendlichen im Johannesheim Holzolling


Diagnostik
Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass menschliches Verhalten erlernt ist und entsprechend wieder "verlernt" werden kann. Verhaltensstörungen und psychische Störungen sind demnach primär nicht durch innerpsychische Konflikte zu erklären, sondern durch die individuelle Lerngeschichte, durch familiäre Einflüsse und die soziale Umwelt. Sie werden als Resultat eines Lernprozesses betrachtet.

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Therapie


Die Verhaltensanalyse mündet in eine gezielte psychologische Intervention, wobei folgende
Verfahren zur Anwendung kommen können:
Verstärkerpläne
Nach einem mit den Gruppenerziehern abgesprochenen Plan wird das gewünschte Verhalten verstärkt, unerwünschtes Verhalten bestraft. Die Auswahl der Verstärker ist hierbei für den Therapieerfolg von entscheidender Bedeutung.
In den ca. 3/4-stündigen wöchentlichen Therapieterminen werden die Therapieziele und -methoden mit den Jugendlichen besprochen und festgelegt.

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Freizeit

Den Kindern und Jugendlichen wird eine ihren Fähigkeiten, Problemen und Bedürfnissen entsprechende Freizeitgestaltung vermittelt.
Innerhalb der Wohngruppen gibt es Gruppenunternehmungen (Schwimmen, Kino, etc.), Projekte (Kochgruppe, Bastel- und Werkabend) und sportliche Aktivitäten, für die sowohl eine Turnhalle, als auch ein großer Tartanplatz für Ballspiele und Leichtathletik und ein Fußballplatz zur Verfügung stehen. Ebenso können Freilufttischtennisplatten und ein Billardraum genutzt werden. Die gruppeninternen  Aktivitäten sind teilweise verpflichtend, teilweise freiwillig für die Jugendlichen. Hier wird auch individuell, dem Entwicklungsstand des einzelnen Jugendlichen entsprechend entschieden.

Außerdem werden gruppenübergreifend an zwei Nachmittagen Projekte (z. B. Kochen, Schwimmen, Theater, Hausmeistertätigkeiten, Heimzeitung, Klettern) angeboten, an denen alle Jugendlichen verbindlich für ein halbes Jahr teilnehmen müssen. Zusätzlich gibt es an zwei Nachmittagen offene Projekte (z.B. Backen, Fußball, Tischtennis, Inlineskaten, sonst. Sport), für die sich Jugendlichen  kurzfristig anmelden können.
Zudem stehen den Jugendlichen ein Ton- und Werkraum, Wildwasserkajaks und Alpin- und Langlaufski zur Verfügung.

In der Zeit, die nicht durch Projekte und Unternehmungen abgedeckt sind, können die Jugenlichen entsprechend ihrer Zuverlässigkeit und Selbständigkeit in den Ausgang in die benachbarten Orte oder auch nach Rosenheim oder München fahren.
Den Jugendlichen, die in ihrem Leistungsvermögen und ihren sozialen Fähigkeiten kompetent genug sind, stehen im nahegelegenen Wohnort zahlreiche Vereine zur Verfügung (Fußball, Basketball, Selbstverteidigung, Kegeln, Feuerwehr, etc.).
An den Wochenenden finden tagesübergreifende Unternehmungen statt, oft auch Besuche aktueller Veranstaltungen im Umland.
Außerdem finden an vielen der Wochenenden, an denen die Jugendlichen nicht nach Hause fahren, gruppenübergreifende heiminterne Veranstaltungen statt. Es werden Kochduelle, Billard,- Fußball- und Tischtennisturniere veranstaltet, bei denen die Heimgruppen gegeneinander antreten oder auch gegen andere Einrichtungen.  Außerdem gibt es Aktionstage , an denen das Heimgelände oder die Wohngruppen renoviert und besonders gestaltet werden. Einmal im Jahr wird ein großes Fußballturnier veranstaltet.
Bei all diesen Aktivitäten sind Eltern,  Angehörige und Interessierte herzlich willkommen.

Ferien und Urlaub

Das Heim ist auch in den Ferien immer geöffnet.  Die Kinder und Jugendlichen, die nicht nach Hause fahren können, planen gemeinsam mit den Mitarbeitern/innen ein Ferienprogramm mit diversen Unternehmungen.
In den letzten beiden Sommerferienwochen fahren alle Jugendlichen mit ihren Gruppe  in eine 10-14tägige Sommerfreizeit. Das Reiseziel wird mit den Kindern und Jugendlichen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen erarbeitet. Diese Sommerfreizeit ist für alle Jugendlichen im Heim (außer Außenwohngruppen)  verpflichtend.

Ansprechpartner / Kontakt

Lars Hoffmann

Einrichtungsleitung, Erziehungsleitung

Franziska Elster

Internatsleitung, Erziehungsleitung

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