Beschwerdemanagement

Beschwerdemanagement

Eine wesentliche Grundlage für das Leben und Arbeiten im Johannesheim und die Erreichung der pädagogischen Ziele ist eine Kultur der Offenheit und eine Kommunikation, die auch Raum für Kritik und die Äußerung von Unzufriedenheit lässt. Um diese Kultur der Offenheit und die Rechte der Kinder und Jugendlichen auf Wahrung ihrer Interessen und auf Beteiligung, aber auch auf Schutz zu gewährleisten, wurde u.a. ein Beschwerdemanagement etabliert. Neben dem Beschwerdemanagement gewährleistet der interne §8a-Beauftragte das Wohl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Gemeinsam mit den Kindern, Jugendlichen und  jungen Erwachsenen wurde ein klar definierter Beschwerdeweg festgelegt.

Beschwerdemöglichkeiten der Jugendlichen

Grundsätzlich haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit ihren Anliegen und Beschwerden an jede Person ihrer Wahl, oder per Telefon/Mail an das Jugendamt zu wenden. Da die Kinder und Jugendlichen erfahrungsgemäß besonders belastende Erlebnisse und Erfahrungen aber nur  vertrauten Personen offenbaren, wurde mit den Kindern und Jugendlichen des Johannesheims im Rahmen der Masterrunde unter Beisitz der jährlich gewählten Gruppensprecher folgende Vorgehensweise beschlossen.

Pro Gruppe wird für ein Schuljahr ein Vertrauenserzieher gewählt. Außerdem steht der psychologische Fachdienst als Vertrauensperson außerhalb der Gruppen zur Verfügung.

Die Vertrauenserzieher –jedes/jeder Kind/Jugendlicher kann sich auch an den Vertrauenserzieher der anderen Gruppen wenden- oder der Fachdienst nehmen die Beschwerde(n) der Kinder/Jugendlichen entgegen und geben zunächst selbst Lösungsvorschläge, bzw. bieten sich als Hilfe an.

Reicht dies nicht aus, entscheidet der Vertrauenserzieher gemeinsam mit dem Kind/ Jugendlichen, an wen sich im nächsten Schritt gewandt werden soll. Dies kann die Heimleitung oder Erziehungsleitung sein oder auch der zuständige Sachbearbeiter des Jugendamtes.

Die Person, die die Beschwerde entgegennimmt, ist zur Vertraulichkeit verpflichtet und verpflichtet sich ebenfalls, weitere Schritte nur unter Zustimmung des Kindes/ Jugendlichen zu unternehmen, der die Beschwerde formuliert hat.

Besteht unmittelbare Gefahr, ist der Jugendliche, der die Beschwerde formuliert hat, darüber in Kenntnis zu setzen, dass der Vertrauenserzieher die Angelegenheit aus den Gründen der Gefährdung nicht vertraulich behandeln kann und zum Handeln verpflichtet ist. In diesem Fall ist evtl. auch der §8a-Beauftragte hinzuzuziehen.

Auch hier sind die einzelnen weiteren Vorgehensschritte immer mit dem Kind/Jugendlichen zu besprechen, ebenso wird das Kind/der Jugendliche über die Ergebnisse zeitnah informiert.

Mit jedem Kind/ Jugendlichen wird bei der Zieleplanung auch über mögliche Vertrauenspersonen gesprochen, die im Bedarfsfall kontaktiert werden können.

Beschwerdemöglichkeiten der Eltern und Angehörigen

Die Eltern und Angehörigen haben selbstverständlich das Recht, sich mit Beschwerden an jede Person oder Behörde zu wenden, von der sie sich Unterstützung erwarten. Intern haben die Eltern und Angehörigen zunächst die Möglichkeit, sich mit Beschwerden an die Mitarbeiter/innen der jeweiligen Gruppen zu wenden, wenn sie dies nicht möchten, an den psychologischen Fachdienst und/oder Heim-/Erziehungsleitung, die mit den Eltern dann das weitere Vorgehen abstimmen.

Außerdem haben die Eltern die Möglichkeit, sich an den zuständigen Sachbearbeiter des Jugendamtes zu wenden.

Über den Beschwerdeweg mit den entsprechenden Ansprechpartnern werden die Jugendlichen und die Eltern bei Aufnahme schriftlich informiert.

Beschwerdeweg für Mitarbeiter/innen

Der Beschwerdeweg für die Mitarbeiter/innen ist in der Leitungskonzeption im Informationshandbuch der Einrichtung beschrieben. Außerdem werden die Interessen der Mitarbeitern/innen durch die gewählte Mitarbeitervertretung unterstützt und vertreten. In der Mitarbeitervertretungsordnung (MAVO) sind die Abläufe geregelt und beschrieben.